„Mein Job war nie langweilig“

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Am 15. Januar hat sich Johann Salzberger, der langjährige Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb, in den Ruhestand verabschiedet. In unserem Interview zieht er ein Résumé seiner 38-jährigen Tätigkeit bei Micro-Epsilon und wagt Prognosen für die Zukunft.

Wie sind Sie zu Micro-Epsilon gekommen?
Ich war noch im Studium in München, das war Anfang August 1976, meine Frau und ich hatten Hochzeit gefeiert und die Woche danach habe ich mir gesagt „jetzt muss du mal versuchen in Niederbayern eine erste Anstellung zu finden“. Ich habe das Telefonbuch aufgeschlagen und mich gefragt „Wer könnte einen Physiker brauchen?“ hinter dem Stichwort Mess- und Regeltechnik habe ich in der Auflistung Micro-Epsilon gefunden. Dann fand ein erstes Gespräch statt und ich bin als junger Vertriebsingenieur in die damals sehr kleine Micro-Epsilon eingestiegen.

Welche Erfahrungen waren besonders eindrucksvoll?
In der Rückschau ist es sicher hoch-interessant wie aus einem ganz kleinen Unternehmen ein großer Unternehmensverbund wurde und wie aus damals ganz kleinem Umsatz heute eine ganz gewaltige Umsatzsumme entstanden ist. Es ist auch eindrucksvoll, dass es möglich ist, von einem kleinen Ort in Niederbayern ausgehend große globale Erfolge zu erzielen.

Was war Ihr größte Erfolg?
Der größte Erfolg überhaupt war die Dauerhaftigkeit der Entwicklung, Nachhaltigkeit in der Arbeitsweise und in den Entscheidungen. Das war eine kontinuierliche Entwicklung ohne Bruch über fast 40 Jahre. So eine langjährige Erfolgskurve findet man recht selten auf dem Markt.

Micro-Epsilon hat zwei Seiten: eine starke soziale Seite und eine starke geschäftliche Seite. Wie kann man das vereinbaren?
Den wirtschaftlichen Erfolg erzielt man nicht alleine, ohne gute und motivierte Mitarbeiter geht gar nichts. Wenn ich erkenne, dass sie einen sehr wichtigen Beitrag leisten, dann muss ich ein entsprechendes Augenmerk auf sie legen und ihnen eine entsprechende Wertschätzung entgegenbringen. Der Mitarbeiter muss gerne zur Arbeit kommen, nur so kann er Leistung bringen. Und motiviert ist er, wenn auch das Menschliche passt.

Was möchten Sie den jüngeren Kollegen auf den Weg geben?
Jemand, der bei Micro-Epsilon einsteigt, steigt in ein Gebiet ein, das sehr interessant ist, technisch interessant, von den Märkten her interessant und von der Zukunft her interessant. Unter den Kollegen muss ich den anderen wertschätzen. Auch mal akzeptieren, wenn er einen Fehler macht und ihn nicht gleich tadeln, sondern ihm helfen.

Welche Zukunft prognostizieren Sie „Ihrer“ Branche?
Sensorik ist eine Wachstumsbranche, das kann man überall lesen. Und wenn man die Entwicklung der Micro-Epsilon anschaut, dann stimmt das zu 100%. Wobei wir deutlich stärker wachsen, als die Branche. Die Welt wird komplexer. Nehmen wir das Stichwort „Industrie 4.0“. Das funktioniert nur mit guten Sensoren. Sie geben den Maschinen „Fühler“ und „Augen“. Nur so können sich die Maschinen vernetzen und austauschen. Außerdem wird die Ressourcenschonung und Energieeinsparung immer wichtiger. Auch die Effizienzsteigerung spielt eine große Rolle. Automatisierung und Sicherheit sind große Themen für Sensoren. Auch der Komfort. Der Mensch möchte seinen lebensstandard steigern. Das sind Ursachen und Gründe, warum Sensoren in Zukunft im vermehrten Maß gebraucht werden. Vor allem präzise messende und intelligente Sensoren. Bei Micro-Epsilon kommt noch eins hinzu. Bis jetzt haben wir überwiegend den deutschen Markt bearbeitet, aber wir haben noch viel Potential in den globalen Märkten.

Was werden Sie jetzt tun?
Die Zeit, die ich jetzt mehr zur Verfügung habe, möchte ich bevorzugt dafür verwenden, was bis jetzt nicht möglich war: Haus, Hof & Garten, Hobbies intensiver betreiben, natürlich auch die Familie.

Kollegen und Geschäftspartner wissen, wie sehr Sie gutes Essen mögen. Was ist ihre Lieblingsnachspeise?
Wie in vielen anderen Dingen, bin ich keiner, der schmalspurig ist. Ich bin von meinen Fähigkeiten und Interessen breiter angelegt. So ist es auch mit Essen und Trinken. Wenn mir ein Wein schmeckt, kaufe ich mir nicht gleich den ganzen Keller voll. Ich mag die Abwechslung. Es darf auch mal ein etwas schlechterer Wein dabei sein, damit wertschätzt man den Guten umso mehr. Dasselbe ist beim Essen. Es wäre ein riesiger Verlust, wenn ich sagen würde „das ist genau die Nachspeise und ich möchte sie immer haben“. Dann würden alle anderen ebenfalls guten Nachspeisen an mir vorbei gehen. Diese Vielfältigkeit und Abwechslung haben wir auch im Marketing und Vertrieb bei Micro-Epsilon. Mein Job war nie langweilig.

Vielen Dank für das Interview!