Interview: Messtechik in der Formula Student

formula_student

Das Lions Racing Team der TU Braunschweig hat Anfang August am Hockenheimring an der Formula Student Germany teilgenommen. Dieses Wochenende geht es an die nächste F1-Rennstrecke in Spielberg (Österreich). Wir haben Sebastian Spinner (Aerodynamik, CFD & Test Equipment) zwischen den Rennen befragt.

Erzählen Sie kurz über den Rennwagen des Lions Racing Teams.
Es ist ein kleiner Formula Student Electric Rennwagen, vierrädrig und heckgetrieben mit einem Elektromotor. Der Motor hat ca. 100 kW mechanische Leistung, wird aber aufgrund der in der Formula Student vorgeschriebenen Leistungsbegrenzung auf 70 kW gedrosselt. Wir haben einen Akku mit 6,2 kW/Std. Leistung bei einer Nennspannung von 414 V.

Wie schnell fährt das Auto?
Das kommt darauf an. Bei der Formula Student Electric gibt es verschiedene Disziplinen. Skid Pad bezeichnet z.B. eine Fahrt auf Zeit in der liegenden Acht. Zudem gibt es auch ein Beschleunigungsrennen über 75 Meter. Beim Autocross wird eine 1-km-Strecke auf Zeit gefahren. Für jedes Team treten dabei zwei Fahrer an, die jeweils zwei Versuche haben eine schnelle Runde zu fahren. Das Highlight der Formula Student ist die sog. Endurance über 22 Kilometer. Hier wird nicht nur das schnellste Auto ausgezeichnet, sondern ein sog. Efficiency Scoring für das schnellste energiesparende Auto ausgerechnet. Unser Auto fährt maximal 110 – 120 km/h. Dazu muss man sagen, dass das Getriebe streckenbedingt kurz übersetzt wird – im Unterschied zu den normalen PKWs, sind die Rennwägen auf relativ kurvige Strecken ohne lange gerade Abschnitte ausgelegt.

Wie ist es zu der Bildung des Lions Racing Teams gekommen?
Das Lions Racing Team wurde 2000 an der TU Braunschweig gegründet. Die Idee kam ursprünglich aus den USA. Wir nahmen 2002 an dem ersten Rennen teil. Seit 2006 gibt es Formula Student auch in Deutschland. In diesem Jahr haben am Hockenheimring 115 Teams aus der ganzen Welt teilgenommen.

Welche Sensoren von Micro-Epsilon sind im Rennauto eingebaut und welche Funktion haben Sie?
Wir verwenden die Seilzugsensoren von Micro-Epsilon. Wir bauen sie am Federdämpfer ein um den Federweg aufzunehmen. Daraus wollen wir einen Zusammenhang zwischen dem Federweg und der aerodynamischen Kraft herstellen.

Warum ist präzise Messtechnik wichtig für das Auto?
Je präziser die Messdaten, desto besser kann man den Zusammenhang sehen. Im Rennsport sind die Ein- und Ausfederungswege extrem schnell. Die Sensoren müssen für diese Bedingungen ausgelegt sein. Wenn die Feder im Sensor nicht stark genug ist, kann das Seil nach den ruckartigen Bewegungen nicht schnell genug wieder aufgerollt werden. Hier muss die Seilbeschleunigung ausreichend groß sein. Starkes Rauschen würde da keine genauen Ergebnisse liefern.

Danke für das Interview!

Miniatur Seilzugsensoren
Messprintip Seilzugsensor

Tags: , ,

Keine Kommentare erlaubt.