Technikferien: Wie baut man eigentlich ein Radio?

14 Jugendliche beteiligen sich an Technik-Nachmittag des „Technik für Kinder e.V.“ und der Firma Micro Epsilon − sehr gelungene Veranstaltung.

Bericht der Passauer Neuen Presse vom 08.09.2012

„Es geht! Ich hör was!“ ruft  Fabian Oswald. Breit grinsend sitzt der 12-Jährige an seinem mit Metallteilen, Kabelresten und Werkzeug übersäten Tisch und hält triumphierend sein selbstgebautes Radio ans Ohr. 14 Kinder hatten vorgestern die Möglichkeit, selbst ein Radio zu bauen und in den technischen Beruf des Elektronikers hineinzuschnuppern. Die Firma Micro Epsilon, die unter anderem  optische Sensoren produziert und entwickelt, öffnete für diesen Zweck ihre Türen. Und auch bei der um 8.30 Uhr startenden Veranstaltung war vieles mehr als nur Radios geboten. „Die Roboter fand ich ziemlich cool“ erzählte Fabian Weinmann (10), nach der Führung durch das Werk in der Zweit-Niederlassung der Firma in Ortenburg. Die Kinder hatten sich nämlich − zur besseren Übersichtlichkeit − in zwei Gruppen aufgeteilt, die sich jeweils halbtags in Ortenburg und dem Hauptstandort Dorfbach aufhielten.

In Ortenburg erhielten die Jugendlichen unter der Aufsicht einiger engagierter Mitarbeiter eine Führung durch das Werk. Zudem konnten sie Beispiele für pneumatische Schaltpläne, die zuerst mit Hilfe von Computeranimationen erklärt wurden, praktisch umsetzen. Währenddessen löteten und schraubten die andere Gruppe fleißig an ihren Radios. Zuvor  wurden den Kindern aber technische Grundlagen wie der elekrische Stromkreis oder der Umgang mit dem Lötkolben anschaulich erklärt. Nach rund 90 Minuten war es dann soweit: Das erste Radio spielte die neuesten Hits aus den Charts ab. „Alles ist gut verlaufen: Jedes Radio funktioniert und keiner hat sich mit dem Lötkolben verbrannt“ erzählt Organisatorin Franziska Kiendlbacher. Solche Veranstaltungen seien sehr beliebt,  das Teilnehmerbegrenzung innerhalb nur zweier Tage erreicht gewesen, schildert sie. „In der Firma haben wir bereits jedes Jahr den Girl‘s Day. Bei diesem erhalten Mädchen einen Einblick in technische Berufe mit hoher Männerquote“.

Mittags nach 45-minütiger Pause mit Pizza und Getränken, wurden die Gruppen getauscht, damit jeder alle Bereiche zu sehen bekommt. Sofort machten sich die Kinder ans Werk und bastelten unter der Aufsicht der Mitarbeiter, was das Zeug hält. „Mir macht‘s auf alle Fälle einen Heidenspaß!“ meint Fabian Oswald, „Die 50 Kilometer lange Anfahrt hat sich sehr gelohnt. Das ist auch nicht  meine erste Veranstaltung beim TFK,  später möchte ich auch einmal Elektroniker werden und deshalb finde ich solche Veranstaltungen toll.“ Das Programm „Technik für Kinder“, kurz TFK, unterstützt und fördert Projekte und Events wie diese und kümmert sich um Werbung und die Anmeldungen. „Das ist eine einmalige Sache“, erzählt Organisatorin Kiendlbacher,  „Normalerweise bekommt man selten so tiefe Einblicke hinter die Kulissen solcher Firmen.

Das kann bei der späteren Berufswahl enorm helfen. Unser Ziel ist, dass sich die Kinder später an die Firma erinnern und wir uns vielleicht sogar als Praktikanten später wiedersehen.“ Nach  abschließenden Aufräumen und einer Feedbackrunde, bei der hauptsächlich Ausrufe wie „Brutal interessant!“ oder „Alles sehr schön!“ genannt wurden, liefen die Kinder  zurück zu ihren Eltern um ihr neues Radio stolz zu präsentieren.

von Michael Dobler