Prof. Dr. Kunzelmann über die Sensorik in der Dentalfoschung

 

KF-30 Messatomaten gesamt

Prof. Dr. Karl-Heinz Kunzelmann ist Leitender Oberarzt in der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und Mitentwickler des Messautomaten KF-30 für Dentalproben mit konfokal-chromatischen Sensoren von Micro-Epsilon.

Herr Prof. Kunzelmann, warum brauchen Sie Sensorik, welchen Nutzen sehen Sie?
Für eine erfolgreiche Forschung benötigt man verlässliche Messdaten. Gerade in der Medizin liegt eine hohe biologische Variationsbreite vor, die zusätzlich von der subjektiven Interpretation der Untersucher überlagert sein kann. Wir bemühen uns daher in der medizinischen Forschung besonders intensiv um objektive Messdaten. Die Sensorik ist somit für uns ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Bemühens nach objektive Messdaten.

Messautomat KF-30 mit Dentalproben

Wie ist es zur Entwicklung des Messautomaten KF-30 gekommen?
An der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der LMU München wird seit über 20 Jahren intensiv auf dem Gebiet der Füllungswerkstoffe geforscht. Ursprünglich sollte Amalgam ersetzt werden, später wurden kaubelastbare ästhetische Restaurationen wichtiger und heute bemühen wir uns, besonders schonende, schrumpfarme und dauerhafte Füllungen zu entwickeln. Unsere Klinik nimmt weltweit eine Spitzenstellung im Bereich der tribologischen Forschung ein. Tribologie ist die Lehre von Reibung und Verschleiß. Die Mess- und Simulationssysteme, die wir mit unseren Partnern entwickelt haben, werden weltweit an über 100 Universitäten eingesetzt. Die aktuelle Entwicklung war notwendig, um die Präzision unserer Daten weiter zu verbessern und so noch genauere Vorhersagen machen zu können.

Software Analyse

Wozu wird das Messsystem verwendet?
Das aktuelle Messsystem KF-30 wurde mit dem Ziel entwickelt, Formänderungen von Zähnen durch Verschleiß vollautomatisch zu vermessen. Dazu werden Modelle der Zähne zu unterschiedlichen Zeitpunkten hergestellt. Diese Modelle müssen mit höchster Präzision vermessen werden. Bisher erreichen Laserscanner eine vertikale Auflösung von ca. 20 µm, wenn optimale Bedingungen vorliegen. Mit dem neuen konfokalen Scanner sind wir um den Faktor 20 besser als bisher. Sensoren mit dieser Qualität kann man nicht so einfach kaufen. Aus diesem Grund haben wir uns mit unserem langjährigen Partner SyndiCAD dazu entschieden, den KF-30 zu entwickeln. Für das Projekt war eine enge Abstimmung zwischen der Mechanik, Sensorik und unseren Ansprüchen als Anwender erforderlich. Als Bindeglied dient eine von unserem Softwarepartner Certiga entwickelte hochflexible Software. Die 3D-Datensätze können überlagert werden und die Unterschiede zwischen verschiedenen Zeitpunkten können somit extrem genau ausgewertet werden.

Konfokal-chromatisches Messsystem optoNCDT 2401

Welche Vorteile bringt das Messsystem Ihren Patienten?
Anhand unserer Laborsimulationen können wir vorhersagen, wie gut sich ein Füllungswerkstoff im Mund des Patienten unter Kaulast bewähren wird. Der hohe Kostendruck durch die Krankenversicherer verleiten die Hersteller von Dentalwerkstoffen immer wieder, Produkte anbieten zu wollen, die einfacher, schneller oder billiger verarbeitet werden können. Voller Frustration musste ich in meiner Forscherkarriere lernen, dass heute ein neues Produkt nicht zwangsläufig eine evolutive Verbesserung des Bewährten darstellt. Leider dominieren heute Marketingüberlegungen und das führt gelegentlich dazu, dass ein Produkt einen Rückschritt hinsichtlich seiner Belastbarkeit darstellt. Mit unseren Untersuchungen stellen wir in Kooperation mit der Dentalindustrie sicher, dass solche Produkte gar nicht erst auf den Markt gebracht werden. Unsere Forschung und somit auch das Messsystem KF-30 dient somit der Sicherheit unserer Patienten.

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