Besuch beim „Leuchtturm“

Bericht der Passauer Neuen Presse vom 13.09.2011

Großer Erfolg mit kleinen Sensoren: Micro Epsilon-Entwicklungschef Dr. Thomas Wißpeintner (links) erläuterte den Gästen die Produktpalette des Unternehmens; (v .r.): Prof. Martin Sellen, Assistent der Geschäftsführung,, Firmengründer Karl Wißpeintner, Kreisrat Reinhold Hoenicka, 2. Bürgermeister Stefan Lang, MdL Erwin Huber, Bürgermeister Hans Halser und MdL Walter Taubeneder.  − Foto: Windpassinger

Ortenburg. „Da muss man einfach gewesen sein“, so bilanzierte Erwin Huber, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Landtag, seinen Besuch bei der Ortenburger Messtechnikfirma Micro-Epsilon. Er bezeichnete das Unternehmen als „Leuchtturm“ und Beweis für die Innovationsfähigkeit der Niederbayern. „Hier eine Firma von Weltgeltung aufzubauen und dabei die Heimat immer im Blick zu haben – das ist Vorbild und Motivation für andere“, so der frühere Finanzminister.

Firmengründer Karl Wißpeintner konnte in der Tat beeindruckende Zahlen präsentieren. Heuer werde die Unternehmensgruppe mit über 500 Mitarbeitern, davon etwa 200 am Standort Ortenburg, die 70-Millionen-Euro Umsatzgrenze überschreiten. Mit einer jährlichen zweistelligen Zuwachsrate zeigt sich das Unternehmen seit Jahren als außerordentlich wachstumsstark und konnte sich so auch in der Krise behaupten – heute steht der Spezialist für Messsensoren besser da als je zuvor.

„Niederbayern hören das Gras wachsen“  Erwin Huber zeigte sich besonders beeindruckt, wie Micro-Epsilon die Nische der hochsensiblen Messtechnik-Komponenten weltweit zum Teil als Marktführer ausfüllt. Ob Waschmaschine, Hightech-Automotor oder Flugzeugtriebwerk – überall sorgen Sensoren, Software und Systeme der Firma dafür, dass Betriebszustände, Abstände oder Oberflächen exakt und zuverlässig ermittelt bzw. vermessen werden. Welchen Präzisionsgrad die Technik aus Ortenburg mittlerweile erreicht hat, verdeutlichte Entwicklungschef Dr. Thomas Wißpeintner: Das Unternehmen baue Sensoren, die in der Lage seien zu erkennen, wie sehr Gras innerhalb einer Tausendstel Sekunde wächst. „Unglaublich, faszinierend, überwältigend – die Niederbayern hören wirklich das Gras wachsen“, so der Kommentar von Erwin Huber.

MdL Walter Taubeneder machte deutlich, dass das Ortenburger Unternehmen den Prototyp einer ideal mit Region und Wissenschaft vernetzten Firma darstelle. Mit Kooperationen mit Universitäten und Hochschulen sichere sich Micro-Epsilon den Zugang zum akademischen Nachwuchs für Entwicklung und Forschung. Und mit der Verwurzelung in der Heimat profitiere das Unternehmen von der Zuverlässigkeit und Standorttreue der einheimischen Mitarbeiter.

Dies konnten Karl Wißpeintner und Professor Dr. Martin Sellen als Assistent der Geschäftsführung bestätigen. Der Firmengründer wies allerdings auf einen Umstand hin, den auch die beste Zusammenarbeit mit den Unis nicht ändern könne: Wenn es gelinge, hochqualifizierte Mitarbeiter, deren Lebenspartner in der Regel auch Akademiker seien, zu gewinnen, dann müsse oft auch eine Stelle für den Partner gefunden werden. Und das gebe die Region nicht immer her. Dennoch habe Micro-Epsilon bis jetzt keine Probleme mit der Verpflichtung hochqualifizierter Mitarbeiter.

Ortenburgs Bürgermeister Hans Halser bezeichnete das Unternehmen als „Motor und Fundament“ der wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinde – „für uns ist der Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler Micro-Epsilon ein Glücksfall“.